Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer MdB: Grußwort zum 37. Vietnamesischen Katholikentag

18.-20. Mai 2013
 Aschaffenburg
 
 
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 37. Vietnamesischen Katholikentages,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Schwestern und Brüder im Herrn,
 
bereits zum 37. Mal findet an diesem Wochenende der Vietnamesische Katholikentag statt. Das Pfingstfest ist hierfür der denkbar beste Anlass. An Pfingsten sandte Gott den Aposteln den Heiligen Geist und beschenkte sie mit der Gabe, in allen Sprachen zu sprechen. Pfingsten ist daher der Geburtstag unserer Kirche. Gleichzeitig ist dieses Fest für uns ein Zeichen, dass der Glaube Grenzen überwindet: Grenzen der Sprache, der Nation und der Kultur.

Pfingsten ist ein Symbol für die Weltkirche. Mit Ihrem Katholikentag machen Sie der katholischen Kirche in Deutschland bewusst, dass unser Glaube nicht an Staats- oder Sprachgrenzen Halt macht. Als ich vor Ostern bei der Amtseinführung unseres Papstes Franziskus in Rom war, konnte ich auf dem Petersplatz unsere Weltkirche förmlich mit Händen greifen. Gläubige aus allen Teilen der Welt hatten sich zusammengefunden. Viele unterschiedliche Fahnen waren zu sehen. Viele unterschiedliche Sprachen waren zu hören. Das alles hat mir nochmals gezeigt: Wenn wir uns in Christi Namen versammeln, dann sind wir mit allen unseren Schwestern und Brüdern auf der ganzen Welt vereint. Die Einheit im Glauben und die Vielfalt in den Kulturen und Sprachen sind ein wunderschönes Geschenk an die Kirche.

Die Gründung der vietnamesischen Gemeinde in Deutschland ist eng verknüpft mit leidvollen Erfahrungen. Als Staatsministerin im Bundeskanzleramt bin ich auch für die Flüchtlinge bei uns im Land zuständig. Daher ist es mir wichtig, in Erinnerung zu rufen, dass viele von Ihnen aus Familien stammen, die als sogenannte Boat People bei uns in Deutschland Zuflucht und mittlerweile eine neue Heimat gefunden haben. Diese Flüchtlingserfahrungen mahnen uns, auch heute Flüchtlingen Zuflucht und Schutz zu gewähren.
 
Wir wissen aber auch, dass die Situation für unsere Glaubensschwestern und –brüdern in Vietnam nach wie vor schwierig ist. Die Zerstörung von Kirchen, Verhaftungen und Willkür gehören zum Alltag vieler Christen in Vietnam. Der Eintritt für Religionsfreiheit weltweit muss daher gerade für uns Politiker ein wichtiges Anliegen sein. Daher setze ich mich mit allem Nachdruck dafür ein, dass wir solidarisch mit allen Menschen sind, die aufgrund ihres Glaubens Verfolgung und Bedrängung ausgesetzt sind. Dabei fühle ich mich unserem emeritierten Papst Benedikt verpflichtet, der das Menschenrecht auf Religionsfreiheit immer in den Mittelpunkt seines missionarischen Handelns gestellt hat.
Ich wünsche Ihnen allen einen begeisterten und begeisternden Katholikentag. Gerne wäre ich heute persönlich bei Ihnen gewesen. Leider ist mir dies nicht möglich, aber im Gebet bin ich mit Ihnen verbunden.
 
Es grüßt Sie herzlich
 
Ihre Maria Böhmer
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Mitglied des Deutschen Bundestages
Staatsministerin im Bundeskanzleramt
Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken