Dr. Philipp Rösler Bundesvorsitzender der FDP: Grußwort zum 37. Vietnamesischen Katholikentag in Aschaffenburg

Grußwort von Dr. Philipp Rösler Bundesvorsitzender der Freien Demokratischen Partei und Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) anlässlich des 37. vietnamesischen Katholikentages in Aschaffenburg

Sehr geehrte Mitglieder der Vereinigung der vietnamesischen Katholiken in Deutschland,
liebe Gläubige,

ich danke Ihnen sehr herzlich für die Ehre, dass ich anlässlich des 37. vietnamesischen Katholikentags in Aschaffenburg ein Grußwort an Sie richten darf. Ihr diesjähriger Katholikentag steht unter dem Motto "Năm Đức Tin – Truyền Đạt Đức Tin Cho Con Cháu", was übersetzt so viel bedeutet wie „Das Glaubensjahr – Die Glaubensweitergabe an unsere Kinder“.

Gerne möchte ich Ihnen erzählen, wie ich zum Glauben kam. Ich habe als junger Arzt in einem evangelischen Krankenhaus gearbeitet und bin dort mit Leid und Sterben konfrontiert worden.
Ich habe die Schwestern gefragt, wie sie damit zurechtkommen. Die sagten: "Philipp, das hier ist ein christliches Haus." Sie haben aus ihrem Glauben Kraft geschöpft. In dieser Zeit ist der Entschluss in mir gereift, ebenfalls einer christlichen Kirche beizutreten. Und da ich als Baby in Vietnam in ein katholisches Waisenhaus aufgenommen wurde, konnte das für mich nur die katholische Kirche sein. Meine damalige Freundin, die heute meine Frau ist, war zudem als Messdienerin engagiert und hat mich in diesem Schritt bestärkt. Sie war übrigens meine Taufpatin. In der Kirche, wo ich getauft wurde, haben wir dann später auch geheiratet.

Die tiefe Überzeugung, dass es etwas Höheres gibt als uns, schützt uns davor, abzuheben.
Deswegen ist mir der Gottesbezug in der Präambel des Grundgesetzes auch wichtig.
Die Verfassung schützt die Minderheit vor der Mehrheit, der Gottesbezug den Menschen vor sich selbst. Der Glauben gehört zu meinem festen Wertegerüst. Diesen Glauben und meine Werte teile ich mit meiner Familie und gebe diese - auch beim sonntäglichen Gang in die Kirche -
an meine beiden Töchter weiter.

An diesem Wochenende feiern wir Christen Pfingsten. Dieses Hochfest markiert den spirituellen Ursprung des Christentums. Im 2. Kapitel der Apostelgeschichte werden die Erfahrungen der Jünger Jesu beim Pfingstfest, in Jerusalem wie folgt geschildert:

„Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“

Im Sinne dieser frohen Pfingstbotschaft wünsche ich Ihnen, Ihren Familien und Angehörigen inspirierende Gespräche, nachhaltige Begegnungen und besinnliche Pfingsttage.

Mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank

Ihr